Update zum wikifolio

von shuntifumi (Kommentare: 0)

Nachfolgend mal ein kleines Update zu meinem wikifolio. Die Performance war zuletzt leider eher schwach. Mit Ausnahme von Bastei Lübbe hat sich auch kein Titel positiv hervorgetan. Ich betrachte dies aber nur als Momentaufnahme, die auch Chancen bietet. Ich habe daher die Portfoliozusammensetzung zuletzt leicht angepasst. K+S wurde in diesem Zusammenhang z.B. wieder verkauft. Nachfolgend ein paar Informationen zu den aktuell gehaltenen sowie zwei beobachteten Werten.

Entwicklung seit 15.03.2016: DAX +24,7 % wikifolio +42,5 %

 

Das wikifolio:

Teva - Depotanteil 26,4 %

Der Kurs zuletzt wieder recht stark um Rückwärtsgang. Das Volumen ist auch überdurchschnittlich hoch. Hier wird wohl in größerem Umfang umgeschichtet. Man könnte meinen, Berkshire hat seine Aktien auf den Markt geworfen. Die Tendenz zeigt ja schon länger nach unten. Nach oben ging es immer nur kurz aufgrund von News, wie eben Berkshire Zukauf, Zulassung Fremanezumab etc. Der kurzfristige Trend zeigte zuletzt eher abwärts. Irgendwer will wohl raus. Vielleicht liegt's auch an der FED? Zinsrisiko bei Teva wegen der hohen Schulden? Keinen Ahnung. Ich sehe das jedenfalls nicht als Problem. Die Delle im Depot ist unschön, aber so ist das mit den Kursen eben. Der Aufwärtstrend auf Jahressicht ist aber noch intakt. Ich gehe davon aus, dass wir in 12 Monaten eher mit der 30 USD-Marke zutun haben. Da ist das jetzige "Geplänkel" für mich weniger von Interesse.

 

Masterflex - Depotanteil 8,7 %

Auch hier zeigt der kurzfristige Trend nach dem (Erwartungs-)Hoch Anfang August abwärts. Die Zahlen waren ja nur "okay", hatte mir etwas mehr Wachstum erhofft. Man möchte ja zwischen 4 - 8 % wachsen, im ersten Halbjahr waren es nur 2,4 %. Im 2. Halbjahr muss man also deutlich zulegen, auch um die EBIT-Prognose zu erreichen. Es bleibt die latente Gefahr, dass man die Ziele nicht erreicht, auch wenn der Vorstand optimistisch war. Wenn man auf den aktuellen Chart schaut, könnte man meinen, die Gewinnwarnung wird schon durchgespielt. Nachkaufen würde ich bei Kursen unter 8 Euro. Noch ist es zu früh. Langfristig bin ich optimistisch, was die Geschäftsentwicklung (und letztlich auch den Kursverlauf) angeht.

 

Südzucker - Depotanteil 8,0 %

Auch hier habe ich wieder ein paar Stücke zugekauft. Sehr attraktives Niveau inzwischen. Sollte es weiter abwärts gehen, werde ich die Position ab einstelligen Kursen sukzessive verdoppeln. Ich vertraue hier auf den langfristigen Zyklus und die Größe/Stärke von Südzucker.

 

Fortec Elektro - Depotanteil 5,5 %

Auch hier habe leicht zugekauft. Der Rücksetzer für mich bisher unerklärlich. Wahrscheinlich weil alles auf eine Übernahme wartet, die eben bisher einfach nicht kommt. Sehe ich jedoch bisher positiv, dass man nichts übers Knie bricht, trotz der ambitionierten Umsatzprognose bis 2020. Lieber solide und stetig wachsen. Was bei zu schnellem Wachstum geschieht, sieht man an vielen anderen Werten, insbesondere der Modebranche aktuell, die zusätzlich noch im Umbruch steht. Ich bin für Fortec positiv gestimmt, man ist schuldenfrei, in interessanten Märkten unterwegs und ist mit KGV 14 (mit meinen Erwartungen) günstig bis fair bewertet. Die Krise kann also kommen.

 

Drägerwerk - Depotanteil 5,5 %

Was die Ergebnis-Schätzungen von Dräger angeht, so ist die Spanne ja leider recht groß. Die EBIT-Schätzung reicht rechnerisch von 105 - 162 Mio. Euro. Zum Vergleich, in 2017 waren es 156 Mio. Euro. Aber man hat ja schon angekündigt, dass man eher im unteren Bereich unterwegs sein dürfte. Das 2018 quasi ein Übergangsjahr werden würde, war nach den geplanten Investitionen auch u erwarten. Ich bin gespannt, ob diese Früchte tragen. Mit Wörtern wie "Innovationsrate" tu ich mich immer etwas schwer. Das kann letztlich alles auch Augenwischerei sein. Wichtig ist, dass unterm Strich was raus kommt.

Ich bin gespannt, wie sich der Cash-flow entwickelt. Im Halbjahresbericht sah es reportet ja recht mies aus. Die beiden wesentlichen Unterschiede waren aber wohl der höhere Vorratsaufbau (+27) sowie geringere Forderungsabbau (+52), in Summe also etwa 79 Mio. Euro, die dann im Wesentlichen den Unterschied zwischen -67 bzw. +31 Mio. Euro (Delta = 98) auf Halbjahressicht machen. Das sind Dinge, die sich m.E. eher wieder angleichen werden auf Jahressicht, wenn auch nicht komplett ausgleichen. Der Auftragseingang war aber gut, schwach ist eigentlich nur der US-Markt. Hier dürfen die Zahlen nicht aus dem Ruder laufen, dann wird das auch was.

Ich habe die Position zuletzt doch zur Hälfte verkauft. Ich trade eigentlich sehr, sehr selten. Aber der nachrichtenlose Anstieg hat mich so angelacht. Mein Verdacht war/ist, dass es Indexspekulationen waren, sodass ich bei 55 raus bin. Tendiere zu einem Rückkauf unter 51 Euro. Mal sehen, wie sich die Sache entwickelt.

 

EQS - Depotanteil 5,2 %

Nachrichtenlos runter, nachrichtenlos rauf. Ein typischer SmallCap. Habe die Position zuletzt halbiert. Ich sehe schon gewisse bilanzielle und finanzielle Risiken, wenn das Wachstum nicht so eintrifft, wie erwartet. Daher etwas Risiko rausgenommen, auch wenn ich insgesamt weiterhin positiv gestimmt bin.

 

Viscom - Depotanteil 4,2 %

Auch hier eigentlich nichts Neues. Der Kurs hängt mittelbar an der Zollthematik der deutschen Autobauer. Konkurrent ISRA Vision zuletzt auch deutlich zurück gekommen, wenn auch von viel höherem Bewertungsniveau. Weiterhin sehr interessanter Wert, jedoch mit Trump aktuell in unruhigem Fahrwasser. Die letzten Zahlen waren aber insgesamt gut. Wenn man irgendwann mal wieder dazu kommt, den Zahlen mehr Beachtung zu schenken, wird es auch wieder aufwärts gehen.

 

General Electric - Depotanteil 4,1 %

Der Kursverlauf ist schon ein echtes Trauerspiel. Das die Probleme nicht abreißen, tut schon weh im Depot. Flannery ist auch recht still in letzter Zeit. Ich höre nix von ihm. Frage mich ja schon länger, ob er der richtige für GE ist. Habe nur wegen ihm bisher keine Nachkäufe getätigt. Zumindest diese Entscheidung scheint richtig gewesen zu sein. Ich bekomme bei GE in keinster Weise den Eindruck, dass hier ein Turnaround ansteht. Irgendwie ist alles konstant mies. Ich warte noch die nächsten Zahlen ab und stelle die Position dann auf den Prüfstand. Mal sehen was verdient wurde, und noch wichtiger, was Flannery dann zur Zukunft zu sagen hat (Chancen + Risiken). Dann heißts hire or fire.

 

Bastei Lübbe - Depotanteil 3,2 %

Kurs zuletzt erstaunlich fest. Die positiven Aussagen auf der Hauptversammlung geben nachhaltigen Auftrieb. Bewertung aktuell rund 30 Mio. Euro. Wenn Halff die Prognose(n) einhält, sehen wir nächstes Jahr die 3 vor dem Komma wieder. Insgesamt zwar spekulativ, da sehr kleiner Wert, aber trotzdem sehr interessanter Turnaroundwert.

 

Innotec - Depotanteil 1,9 %

Nachdem zuletzt bei 19 Euro etwas viel Fantasie drin war, dreht die Sache nun. Inzwischen wird es aber wieder interessant. Das Ergebnis soll zwar 2018 "klar" unter Vorjahr liegen, ich traue Innotec aber langfristig schon Gewinne > 10 Mio. Euro p.a. zu, weshalb ich die aktuelle Bewertung attraktiv finde, mit dann KGV etwa 12 und schuldenfrei. Der Schwung mag aus dem Bausektor rein stimmungstechnisch raus sein, aber die Auftragslage hat sich doch nicht geändert. Ob es das Baukindergeld ist, oder die Sonder-Abschreibung die bald kommt. Die Branche wird weiter gestützt, insoweit sehe ich hier auf absehbare Zeit keine Probleme. Zumal ich Innotec eh nicht als Baubude betrachte. Eine erste Tranche habe ich schon gekauft, die 2. wollte leider noch nicht rein. Die Limit-Order steht aber und wartet auf Bedienung.

 

Verkauft:

K+S

Habe die Position nun kurzfristig wieder verkauft. Habe den Einstieg zwar gut getroffen, lief danach auch schön auf 19 Euro. Dann war aber schlagartig wieder die Luft raus. Mir gefällt die Stimmung aktuell nicht, daher habe ich die Position kurzfristig mit kleinem Gewinn wieder aufgelöst. Ich werde wohl erst mal abwarten, wie die nächsten Zahlen sind. Aufgrund von Produktionsstillständen wegen Wassermangel kann hier eigentlich nichts Gutes kommen. Prognose könnte u.U. nach unten angepasst werde. We will see.

 

ehemalige/beobachtete Werte:

Gerry Weber

Die nächsten paar Wochen wird Gerry Weber wohl eher eine Zockeraktie a la Pennystock sein. Kann mir gut vorstellen, dass es - solange es keine neuen Informationen von Unternehmensseite gibt - hier recht volatil zugehen könnte. Könnte dann ein Paradies für Charttechniker/Trader sein. 

Ich muss gestehen, ich finde die Kommunikation extrem schwach. Ich meine, wir haben allein innerhalb eines Monat ein Minus von 40 %. Wenn dann eine Meldung kommt, man würde ein Sanierungsgutachten in Auftrag geben, dann könnte der Vorstand hierzu schon mal Stellung beziehen. Die Stille heißt dann aber wohl eher, dass es nichts Gutes zu berichten gibt. Man gibt wohl nichts von sich, weil man nicht lügen möchte/darf.

Ich jedenfalls hatte noch am Freitagabend die IR-Abteilung angeschrieben, und so viele Fragen waren es gar nicht. Ich finde, da könnte man schon mal antworten. Es sind immerhin 5 Tage vergangen. Mögen 2 Wochenendtage dabei gewesen sein. Aber wer freitags um 22 Uhr adhoc-Meldungen raushauen kann, der kann auch mal so eine E-Mail beantworten.

Also mein Gefühl sagt mir, es brennt die Hütte. Ich warte ja täglich auf die Mitteilung, dass Ralf Weber sein Amt niederlegt. Aber vielleicht überlegt man noch, wie man das formuliert, damit es sich nicht so liest, als wäre er gescheitert.

Aber Hauptsache die Kasse stimmt. Seine Vergütung betrug zuletzt 712 fix + 190 variabel = 902 TEUR für 2016/2017. Im Vorjahr 719 + 150 = 869 TEUR. Da fragt man sich, was er besonderes geleistet hat, dass die (variable) Vergütung sogar gestiegen ist. Er hat in den letzten 2 Jahren so viel verdient, wie der Durchschnittsdeutsche in 50 Arbeitsjahren. Im Ergebnis hat er dabei ein Unternehmen samt Arbeitsplätzen vernichtet. Man hätte ihm wohl mehr von seiner Vergütung in Aktien ausbezahlen sollen. Ich bin auf die Abfindung gespannt, die ihm der Aufsichtsrat dann noch bewilligt. Das wird der ganzen Sache dann noch die Krone aufsetzen, ein Hohn für alle Aktionäre.

 

KPS

Inzwischen sind wir hier deutlich unter 8 Euro angekommen. Das Problem ist, dass wir uns immer noch im langfristigen Abwärtstrendkanal befinden, trotz des kurzen Anstieges über 10 Euro. Das Niveau ist durchaus interessant, das KGV für 2019 dürfte nun bei etwa 14 liegen. Eile ist aber m.E. dennoch nicht geboten. Die Bewertung ist "nur" fair, die Integrations-Probleme noch da und der Abwärtstrend intakt. Ich werde noch warten, vielleicht ist noch etwas Rabatt drin. Wenn nicht, dann eben nicht. Man muss nicht überall dabei sein.

In diesem Sinne, erfolgreiches Investieren. :)

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