Euromicron - Wenn das Jahr zu wenig Monate hat ...

von shuntifumi (Kommentare: 0)

Euromicron ging heute mit -7 % aus dem Handel. Da war ich wohl doch nicht der einzige, der den Bericht zum 1. Quartal 2019 gelesen hat.

Heute mal in Kurzfassung ein paar Stichpunkte / Auszüge aus dem Bericht:

  • Umsatz -6 %, in einer Boom-Branche, Euromicron nennt es planmäßig
  • Auftragseingang -9,2 Mio. Euro, Auftragsbestand +14,2 Mio. Euro. Kommt man nicht hinterher?
  • Materialkostenquote konnte von 52,6 % auf 47,3 % gesenkt werden ... positiv
  • Ergebnis (auch) positiv beeinflusst durch Bestandsveränderungen (+0,8 Mio. Euro), aktivierte Eigenleistungen (+0,2 Mio. Euro), sonstige Erträge (+0,35 Mio. Euro) = 1,35 Mio. Euro. Ohne diese Effekte zwar rund 3 Mio. Euro EBITDA-Verbesserung, aber davon sind 2 Mio. auf IFRS 16 zurückzuführen (Abschreibung entsprechend 2 Mio. höher). EBIT-Verbesserung bereinigt also rund 1 Mio. Euro. Die eine Million resultiert dann aus der verbesserten Materialkostenquote. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht auf Kosten der Qualität geht.
  • Zinsaufwand steigt weiter (+0,3 Mio. Euro), jetzt schon 1,75 Mio. Euro pro Quartal. Davon allerdings 0,2 Mio. Euro wegen IFRS 16. (durch die Aktivierungen jetzt auch mehr Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten)
  • Immaterielles Vermögen wird weiter nicht angetastet, 126,4 Mio. Euro ... Eigenkapital nur noch 64,1 Mio. Euro
  • Nettoverschuldung um 4,2 Mio. Euro auf 106,1 Mio. Euro erhöht
  • Freie Liquidität per 31.03.2019 = 9,8 Mio. Euro ... am 31.01.2020 werden (unverändert) 25,0 Mio. Euro fällig
  • 72,2 Mio. Euro kurzfristige (!) Kreditverbindlichkeiten, kurzfristige Verbindlichkeiten 138,4 Mio. Euro, kurzfristiges Vermögen 94,7 Mio. Euro, Unterdeckung -43,7 Mio. Euro
  • Operativer Cash-Flow im Prinzip nur verbessert wegen IFRS 16 (2 Mio. mehr Abschreibung/opCF durch die neuen Aktivierungen und 2 Mio. mehr Investitionen/invCF)

Die Fortschritte halten sich also in Grenzen. Euromicron läuft die Zeit davon, in 8 Monaten wird es ernst. Die Verschiebung der Hauptversammlung um fast 2 Monate dürfte dahingehend ein Vorbote sein. Man braucht auf jeden Fall mehr Zeit. Die muss man sich jedoch in der Regel erkaufen. Bleibt die Frage, womit? Geld ist keins da, Assets auch nicht. Eine Kapitalerhöhung erscheint aussichtslos bei 24 Mio. Euro MarketCap. Mir fehlt die Fantasie, wie man das Problem lösen will. Eigentlich kann es nur in der Insolvenz enden. Dann werden die interessanten Töchter verscherbelt und das war's. Ich bin gespannt...

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